17.09.2026

Staffelstab geht an Laura Gorenc

Wie bereits zuvor von ihm selber angekündigt, endet die Tätigkeit als Geschäftsführer des Plettenberger Krankenhauses für Detlef Badekow nach drei Jahren nun im September 2026.

Für den Lübecker, der zu jeder Tageszeit „Moin“ sagt, war es rückblickend eine gute Entscheidung, trotz des bereits verkündeten Abschieds ins Berufsleben zurückzukehren. „Es hat viel Freude gemacht mit dem Team hier, den Ärzten und den Plettenbergern, die wirklich voll hinter dem Krankenhaus stehen“, findet der Geschäftsführer. Badekow hatte im Oktober 2023 die Geschäftsführung übernommen und nach Jahren häufiger Wechsel wieder Kontinuität an die Verwaltungsspitze gebracht.

 

Er hat geschafft, wovon andere Krankenhäuser in der Region nur träumen können. In einer Phase, in der das radprax-Krankenhaus 2024 mit dem Rücken zur Wand stand, weil die dem Haus zugewiesenen Fallzahlen faktisch einen Tod auf Raten bedeutet hätten, schaffte er die Wende. Nun kann zum dritten Mal in Folge auf schwarze Zahlen zum Jahresabschluss verwiesen werden. „Wir rechnen mit einem Überschuss von rund einer Million Euro“, sagt Badekow. Ein ähnliches Ergebnis habe man im Vorjahr erzielt und so in den letzten drei Jahren rund 2,5 Millionen Euro erwirtschaftet.
Auch wenn sich die Kosten des derzeit laufenden OP-Neubaus von knapp zwei Millionen Euro auf fast 3,5 Millionen Euro erhöht haben, ist das kein Beinbruch, um in der Krankenhaussprache zu bleiben. „Dank der Fördermittel vom letzten und von diesem Jahr können wir die OP-Modernisierung komplett aus eigenen Mitteln stemmen“, freut sich der 67-Jährige. Und selbstverständlich ist auch die Quartz-Gruppe als Muttergesellschaft glücklich über die schwarzen Zahlen in Plettenberg. „Wenn wir uns selbst tragen können und unsere Neuanschaffungen selbst finanzieren können, dann bleibt das Haus auch dauerhaft bestehen“, weiß Detlef Badekow.

Bei seinem Abschied hinterlässt Badekow somit nicht nur ein wirtschaftlich gesundes Krankenhaus, sondern auch eine gute Grundlage für weitere Investitionen in die medizinische Versorgung am Standort Plettenberg. Laura Gorenc, seine 31-jährige Nachfolgerin, blickt auf eine Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten zurück, absolviert ihren Betriebswirt und weitere Fortbildungen und arbeitete bereits unter Barbara Teichmann im Plettenberger Krankenhaus. „Wenn ich Zahlen brauche, dann kann ich Laura jederzeit anrufen. Die hat sie alle parat“, sagt Badekow, der es nur folgerichtig findet, dass die Attendornerin seine Nachfolgerin wird und den eingeschlagenen Weg weiter fortsetzt.

Auch wenn sie damit eine der jüngsten Krankenhaus-Geschäftsführerinnen im Land sein dürfte, hat Detlef Badekow als ihr „Mentor“ keinerlei Zweifel. Im Zusammenspiel mit ihm habe sie hautnah mitbekommen, an welchen Stellschrauben gedreht werden müsse. Dabei sei der Austausch untereinander stets offen gewesen.

 

Auf eine offizielle Abschiedsfeier hat der Hansestädter, für den Leute, die „Moin Moin“ sagen, Schwätzer sind, verzichtet. „Ich bin mit einer Tasche leise gekommen und genauso gehe ich auch. Ich habe zu viele Verabschiedungen erlebt, wo die Leute irgendetwas erzählen, was sie sowieso nicht glauben.“

Ein gern von ihm erzählter Schwank aus seiner Zeit als Pfleger in einer Hamburger Klinik sagt viel über den Menschen Detlef Badekow und seine Einstellung „Ich war allein im Fahrstuhl, die Tür öffnete sich und ein älterer Chefarzt stand davor.“ Er habe ihn gefragt, ob er mitwolle. „Nur wenn Sie rausgehen“, habe der Chefarzt gesagt. „Dann müssen Sie wohl warten“, habe er geantwortet.

Um Missverständnissen vorzubeugen:
Im Plettenberger Krankenhaus begegne man sich auf der Verwaltungs- und der Chefarztseite auf Augenhöhe und pflege ein sehr gutes Miteinander. „Und das wird auch unter Laura Gorenc so bleiben. Ich übergebe das Krankenhaus in beste Hände“, ist sich Detlef Badekow sicher, der nach seinem Abschied eigentlich gen Osten gehen wollte, um ein bisschen mehr Motorrad und Kajak zu fahren und sich mehr um seine Enkel zu kümmern. Vorerst bleibt er nun aber in der heimischen Region und werde den Weg des Plettenberger Krankenhauses aufmerksam weiterverfolgen.

 

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